Renate Wiedemann

Coffee To Go

Mit minimalem Aufwand und Kosten verweist die Papierinstallation auf eine topaktuelle Thematik. Ein Text entfaltet sich entlang eines Papierstreifens im Raum. Ausgangspunkt ist ein Einwegbecher, wie er täglich millionenfach über die Ladentheke geht, um wenige Minuten später im Müll zu landen. Mit der Überlegung, dem Ursprung des Bechers auf den Grund zu gehen, wird  inhaltlich und formal ein Bogen gespannt. Der Text erzählt von der Rohstoffgewinnung und deren Wirkung, um zum Schluß wieder bei der Situation zu landen, einen Kaffee zu kaufen und sich dabei die Frage zu stellen, ob es denn wirklich ein Einwegbecher sein muß.

Der Leser schreitet beim Lesen das Textband ab. Das Band selbst kommt so harmlos und verspielt daher. Das Drama, das es beinhaltet, steht in völligem Kontrast dazu.

 

(2. Preis bei der Ausstellung  “Energische Vorhersagen”, Umweltbundesamt Berlin in Zusammenarbeit mit dem Frauenmuseum Berlin)

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